zu Würzburg
Des Geistes Kraft der Wissenschaft und das Gemüt dem deutschen Lied!
„Euterpe“ – Gesangverein aller deutschen Studenten |
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Im ehemals deutschen Prag reichen die Bestrebungen zur Gründung einer studentischen Vereinigung zur Pflege des deutschen Männergesanges auf das Jahr 1863 zurück. In diesem Jahre wurde die „Euterpe – Gesangverein aller deutscher Studenten“ gegründet. Da die Statuten der „Euterpe“ der Entwicklung eines großen Studenten-gesangvereins jedoch nicht genug Raum verschafften, wurde sie schon 1867 zu Gunsten eines „Singkränzchens“ wieder aufgelöst. |
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Im Zuge seines musikalischen Erfolges wuchsen sowohl Bekanntheitsgrad als auch Mitgliederzahl des Kränzchens, sodass schon bald der Wunsch laut wurde, es möge sich als Verein konstituieren. Diese Absicht konnte im Oktober 1869 realisiert werden und aus dem „Singkränzchen“ wurde die „Liedertafel der deutschen Studenten“, welche eine blaue Schleife mit weißer Lyra als Vereinsabzeichen führte. |
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Die Entwicklung zur Sängerschaft |
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Der neu entstandene akademische Gesangverein wurde den Ansprüchen seiner Mitglieder noch immer nicht gerecht, denn diese strebten die Umwandlung in eine studentische Korporation an. Das Jahr 1881 brachte schließlich die Annahme unseres Zirkels und Wahlspruches und somit den Ausschluss aller Mitglieder anderer farbentragender Vereine, welche bis dahin der Liedertafel noch beitreten konnten. Von nun an konnte sich der Gesangverein ganz im Sinne einer eigenständigen Korporation entwickeln. |
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Ab 1884 wurden die blauen Mützen eingeführt und bereits ein Jahr später nahm die Liedertafel den Namen „Universitätsgesangverein“ (U.G.V.) an. Es folgten einige öffentliche Auftritte, u. a. auf der 100-Jahr-Feier der Technischen Hochschule in Prag 1906. In diese Zeit fällt auch die Einführung der bis heute bestehenden Farbgebung unseres Bandes. Am 14. April 1909 folgte die Namensänderung und aus Universitätsgesangverein wurde die „Prager Universitätssängerschaft Barden“. |
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Zwischen den Weltkriegen |
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Mit der Wiederaufnahme des Verbindungslebens nach dem Ersten Weltkrieg ging ein Verbot des Farbentragens an der Prager Universität einher. Die deutschen Studenten in Prag hatten in diesen Jahren darüber hinaus mit einer zunehmenden „Deutschenfeindlichkeit“ zu kämpfen, dennoch gelang erneut die Etablierung der Verbindung in der Prager Couleur- und Kulturlandschaft. Im Jahre 1921 traten die „Barden“ dem Weimarer Verband deutscher Sängerschaften bei, der sich ab 1922 „Deutsche Sängerschaft“ (DS) nannte. Auch der weitere Ausbau des musikalischen Wirkens schritt voran und fand mit dem ersten Rundfunkkonzert am 15. März 1931 seinen vorläufigen Höhepunkt. |
NS-Zeit |
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Der Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich im Jahr 1938 hatte die Auflösung aller studentischen Korporationen in jenen Gebieten zur Folge. Der überwiegende Teil der Aktivitas wurde zur Kameradschaft „Friedrich der Große“ zusammengefasst und dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB) unterstellt. Auch wenn sich einige Bundesbrüder auch weiterhin im Geheimen zu Singstunden und Kneipen trafen, hörte die Prager Universitätssängerschaft Barden faktisch auf zu existieren. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Deutsche Universität in Prag am 18. Oktober 1945 geschlossen, alle alten Matrikelbücher verbrannt und die noch verbliebenen Deutschen aus Prag und dem Sudetenland vertrieben. |
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Nach dem Zweiten Weltkrieg |
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Bereits im Juni 1948 trafen sich einige Barden zuerst in Würzburg
wieder,
um über das weitere Bestehen der Verbindung zu beraten. Je nachdem, wo sich
nach der Vertreibung alte Prager Barden wieder fanden, gründeten sich in der
Folge verschiedene Aktivengruppen unter einem gemeinsamen
Altherrenverband – so in Würzburg, München, Regensburg und Heidelberg, jedoch konnten sich
die Gruppen in Regensburg und Heidelberg nicht etablieren. |
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Wir Würzburger Barden wurden durch diesen Beschluss ab dem 1. Januar 1958 eigenständige Sängerschaft mit eigenem Altherrenverband sowie leicht veränderten Farben und Zirkel. Dem hellblau-weiß-hellblauen Band wurden ein roter und ein schwarzer Vorstoß beigefügt und aus dem „V“ im Zirkel wurde ein „W“.
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Gegenwart |
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Nach anfänglichen Erfolgen der Würzburger Barden in den 1960er und 1970er Jahren kam während der 1980er Jahre eine Periode, welche die Verbindung an den Rand der Existenz brachte. Wegen zurückgehender Aktivenzahlen musste der Betrieb für mehrere Semester eingestellt werden. Aufschwung erlebte der Bund zu Beginn der 1990er Jahre als sich wieder eine Handvoll aktiver Bundesbrüder fanden, die den Betrieb aufrechterhalten konnten, doch bereits 2004 musste die Sängerschaft bis 2008 erneut vertagt werden. Der Austritt aus der Deutschen Sängerschaft (DS), welcher die Barden seit 1921 angehörten, ging mit dieser Situation einher. Julfeiern, Stiftungsfeste, Kneipen und Stammtische blieben trotz der ernüchternden Mitgliedersituation erhalten und im Wintersemester 2008/09 konnte sich die Aktivitas der Universitätssängerschaft Barden zu Würzburg mit drei neuen Aktiven und dem letzten verbliebenen Inaktiven erneut rekonstituieren. Wir hoffen, dass unser Bund auch in den kommenden Jahren blühen, wachsen und gedeihen möge! |